Campina und Gentechnik?
Ich habe mir neulich die Frage gestellt, ob denn bei Campina wirklich alles so natürlich ist, wie immer behauptet wird…
Deshalb habe ich mich an den Kundenservice von Campina gewendet und folgende Stellungnahme erhalten:
Sehr geehrter Herr G.,
herzlichen Dank für Ihre Anfrage in der Sie Ihrer Sorge bezüglich unserer Produkte im Zusammenhang
mit gentechnisch veränderten Futtermitteln Ausdruck verleihen.Wir dürfen Ihnen versichern, dass das Wohl und die Interessen des Verbrauchers für uns immer an
erster Stelle stehen. Deshalb sind all unsere Produkte von allerbester Qualität. Die Kühe unserer
Milchviehhalter fressen überwiegend Futter, das die Bauern selbst anbauen und das vor allem aus
Gras besteht. Darüber hinaus erhalten die Tiere zu einem geringen Anteil Kraftfutter, das notwendig
ist, um eine ausreichende Eiweißversorgung zu gewährleisten. In Europa besteht seit jeher eine
Unterversorgung mit eiweißhaltigen Futtermitteln. Europa ist daher gezwungen, pflanzliches Eiweiß
aus Drittländern zu importieren. Wichtigste Eiweißpflanzen für den Futtermittelsektor sind Sojabohnen
und Raps. Darüber hinaus dienen die Nebenprodukte aus der Verarbeitung von Mais - Maiskleber und
Maiskeimschrot - ebenfalls der Eiweißversorgung.Die Hauptexportländer für diese Eiweißpflanzen sind die USA, Argentinien und Brasilien. In diesen
Ländern werden überwiegend gentechnisch veränderte Eiweißpflanzen angebaut. Soweit diese Pflanzen
in Futtermitteln eingesetzt werden, müssen sie nach EU-Recht zugelassen sein. Eine Zulassung wird
nur dann erteilt, wenn die gentechnisch veränderten Produkte keine nachteiligen Auswirkungen auf
die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt haben und den Verbraucher oder Anwender nicht irreführen.
Dies prüft die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (European Food Safety Authority, EFSA genannt).
Unsere Milchviehhalter beziehen ihre Futtermittel ausschließlich von zertifizierten Lieferanten,
die nur solche Soja- und Maissorten verwenden, die auch in Europa zugelassen sind.Die Qualität der Milch und Milchprodukte bleibt vom Einsatz der Futtermittel unberührt. Mit dem Futter
zugeführte Komponenten werden im Verdauungstrakt der Tiere abgebaut. Insoweit wirkt sich die
Verfütterung von gentechnisch veränderten Pflanzen nicht auf die Milch aus. Das ist wissenschaftlich
erwiesen und das ist der Grund, warum der EU-Gesetzgeber mit Zustimmung der Bundesregierung keine
Kennzeichnung von Lebensmitteln vorsieht, die von Tieren stammen, die gentechnisch veränderte
Futtermittel aufgenommen haben.Dennoch wissen wir, dass die Verbraucher in Deutschland mehrheitlich GVO-freie Nahrungsmittel
wünschen. Aus diesem Grunde haben wir uns entschlossen, mit unseren Landliebe-Bauern ein Viehfutter-Konzept
zu entwickeln, das auf dem Einsatz ausschließlich einheimischer Pflanzen basiert. Dies bedeutet, dass
künftig nur noch heimische Pflanzen als Futtermittel eingesetzt werden dürfen. Mit dieser Umstellung
werden wir die wichtigste Quelle für GVO-Futter ausschalten. Unsere Gespräche mit Umwelt- und
Verbraucherschutzverbänden zeigen uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind.Wir hoffen, Ihre Anfrage damit beantwortet zu haben. Campina steht für sichere und auf
vertretbare Weise produzierte Nahrungsmittel, jetzt und in der Zukunft. Diesem Prinzip
gilt unser ständiges Augenmerk und unser Streben.
Mit freundlichen Grüßeni. V. R. Eder-Wörthmann
Der angeblich bekannte Mangel an Eiweißreichen Futtermitteln in Europa rechtfertigt noch lange nicht die ungefragte Benutzung von genetisch veränderten Pflanzen. Es ist bekannt, dass Campina mit dem Saatguthersteller Monsanto (der Saatgut genetisch modifiziert) zusammenarbeitet, der nachweisbar dafür verantwortlich ist, dass in Südamerika der Regenwald gerodet wird für Sojafelder (etc.).
Will man als Verbraucher von Campina Joghurt und Milch immer mitverantwortlich sein für die Vernichtung des Regenwaldes und der nachhaltigen kontamination mit genetisch veränderten Organismen? Dem Unternehmen Campina ist es anscheinend egal, ob wir überhaupt solche Produkte beziehen wollen, die mehr als nachteilig für uns und die gesamte Umwelt sind.
Desweiteren vermarktet Campina im “Deckmantel” von Landliebe, Fruttis und Optiwell Produkte die ebenfalls auf Basis genveränderter Futtermittel basieren. Durch dessen Anbau in (z.B.) Südamerika, wird die Umwelt (Regenwald etc.) nachhaltig zerstört und die natürlich vorhandenen Ressourcen werden durch GVO unwiderruflich kontaminiert.
Zulassungssituation
- 1. In Europa sind derzeit acht gentechnisch veränderte Pflanzenlinien als Futtermittel zugelassen. Es handelt sich dabei um eine Sojabohnensorte (Roundup-Ready), fünf Mais- und drei Rapslinien, die verschiedene Herbizid- und Insektizidresistenzen aufweisen. Auf der Basis dieser sog. „Events“ können eine Vielzahl von Sorten gezüchtet werden.
- 2. Auch Vitamine, Enzyme und andere Zusatzstoffe werden heutzutage zunehmend mittels gentechnisch veränderter Organismen hergestellt.
(Dieser Bericht ist noch offen und wird fortgesetzt…)
Möchten Sie sich selbst bei Campina persönlich informieren zum Thema Genfood und Futtermitteln, Regenwald, Monsanto oder Irreführung der Verbraucher durch den Begriff “Natürlich”?